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Erstes Matratzen-Recycling in Österreich mit LOOP-it gestartet!

Bei der ÖMA Info Hour am 25. Juni 2026 stand eines unserer jüngsten Mitglieder im Rampenlicht: LOOP-it. Loop-it hat es angepackt und umgesetzt – die modernste und arbeitsrechtlich fortschrittlichste Matratzen-Zerlegeanlage der Welt!

 

Co-Geschäftsführer Michael Bednarek präsentierte LOOP-it, das Joint Venture von Brantner green solutions und NEVEON.

Die Idee zu LOOP-it entstand vor rund drei Jahren aus der zentralen Frage: Unter welchen Bedingungen ist ein industrielles Matratzen-Recycling in Österreich wirtschaftlich darstellbar?

Angesichts der Tatsache, dass Altmatratzen ca. 7 % des Volumens im kommunalen Sperrmüll ausmachen, liegt hier ein enormer Hebel für den Ressourcen- und Klimaschutz. Das Ziel von LOOP-it ist der thermischen Verwertung (Verbrennung) eine echte Alternative entgegenzusetzen für die konsequente Schließung von Materialkreisläufen durch starke Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Kommunen.

Da es in Österreich derzeit noch an politischer und gesetzlicher Unterstützung für das Matratzen-Recycling fehlt, wie etwa durch ein verpflichtendes EPR-System (Erweiterte Herstellerverantwortung), ein Verbrennungsverbot oder Maßnahmen die Verbrennung unwirtschaftlicher zu machen, muss die Anlage extrem effizient arbeiten. LOOP-it setzt daher auf den weltweit höchsten Automatisierungsgrad in diesem Bereich:

  • Hohe Kapazität: Die Prototyp-Anlage ist für die Verarbeitung von bis zu 350.000 Matratzen pro Jahr ausgelegt – bei einer Taktzeit von nur 50 Sekunden pro Stück und einem Personalbedarf von nur drei Arbeitskräften pro Schicht.
  • Smarte KI-Unterstützung: Eine von Brantner Digital Solutions entwickelte KI vermisst die Matratzen, prüft auf Störstoffe und führt Dichtemessungen durch, was vor allem für das spätere chemische Recycling essentiell ist. Sogar die Schnitthöhe wird vollautomatisch adjustiert, um Funkenbildung durch Reißverschlüsse zu verhindern. Zudem ist diese Technologie ein wichtiger Meilenstein für die zukünftige Handhabung des Digitalen Produktpasses (DPP).

 

Der ökologische Mehrwert ist messbar: Im Vergleich zur Verbrennung erzielt das Verfahren eine CO₂-Ersparnis von 87 %. Als Endprodukte entstehen sortenreine PU-Schaumstoffballen sowie wertvolle Metalle.

Während die Trennung der Kernmaterialien hervorragend funktioniert, bleibt die Verwertung von Textilresten und Sonderkomponenten (wie Rosshaar) eine Entwicklungsaufgabe. Die größte Hürde für einen flächendeckenden Roll-out ist derzeit jedoch die Logistik, die aktuell den Hauptkostentreiber darstellt. Spezielle Presscontainer, optimierte Routen und regionale Hubs werden zukünftig gemeinsam evaluiert und entwickelt, um Transporte wirtschaftlich und effizient zu gestalten.

 

Wie geht es in der ÖMA weiter?

Der Sommer wird in der Allianz intensiv genutzt. Aufbauend auf den Impulsen der letzten Mitgliederversammlung in Wels arbeiten wir derzeit an einem strategischen Arbeitskonzept für die nächsten Schritte.

Das übergeordnete Ziel der ÖMA bleibt klar: Trotz einer wirtschaftlich herausfordernden Gesamtlage in der Industrie fordern die Mitglieder den aktiven Vorstoß beim Thema EPR. Über den Sommer werden dazu bilaterale Gespräche innerhalb des Netzwerks geführt, um Wünsche zu bündeln und konkrete Handlungsempfehlungen für die Politik zu formulieren. Nur wenn wir als geschlossene Branche auftreten, kommen wir einem verpflichtenden und fairen EPR-System in Österreich näher.

Die technische Machbarkeit des Matratzen-Recyclings ist bewiesen – jetzt gilt es, die logistischen und regulatorischen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Die ÖMA bleibt die zentrale Plattform, um diese Entwicklungen aktiv voranzutreiben und gemeinsam die Kreislaufwirtschaft von morgen zu gestalten.

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